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MEDICA MEDIA-News vom 26.06.2009

 

- Relaunch www.medicamedia.de
- Programmankündigung MEDICA MEDIA 2009 
- Zukunftsfeld MIT

 



Sehr geehrte Damen und Herren,

willkommen zu einer neuen Ausgabe der MEDICA MEDIA NEWS, dem Newsletter der MEDICA MEDIA, Forum für eHealth, Telemedizin und medizinische Informationstechnologie.

 

Themen


Relaunch www.medicamedia.de

Mit frischem Design starten wir in die neue Messe-Saison. Der Relaunch der MEDICA MEDIA-Homepage (www.medicamedia.de) wartet nicht nur optisch mit allerlei Neuerungen auf. Zahlreiche Features, Service- und Informationsangebote rund um unseren Veranstaltungsfokus finden Sie übersichtlich gegliedert und multimedial aufbereitet auf unseren Seiten. Besuchen Sie uns online und machen Sie sich ein Bild! Helfen Sie uns bei der Weiterentwicklung, indem Sie auf unserer Startseite über den neuen Auftritt abstimmen.


Programmankündigung MEDICA MEDIA 2009

newsflash3Weiter möchten wir Sie heute darauf hinweisen, dass die Programmankündigung der MEDICA MEDIA 2009 ab sofort online zum Download bereit steht. Informieren Sie sich über Themenfülle und Schwerpunkte unseres Programms und nutzen Sie die Möglichkeiten unserer Homepage, um mit uns und anderen über die telemedizinischen Trends in 2009 zu diskutieren und weitere Themenvorschläge einzubringen. Oder werden Sie bei uns Aussteller und präsentieren Sie Ihr innovatives Exponat einem ausgewiesenen Fachpublikum auf einer Weltmesse.


Zukunftsfeld MIT

Als Special erhalten Sie mit diesem Newsletter den Artikel „Aus Medizintechnik und IT wird MIT“ des Medizinjournalisten Dr. Lutz Retzlaff. Der Artikel basiert auf einem Vortrag, den der Sachverständige für Medizintechnik und Telemedizin Dipl.-Ing. Armin Gärtner als neues Mitglied auf der letzten Fachbeiratssitzung der MEDICA MEDIA gehalten hat und der in der medizinischen Expertenrunde heiß diskutiert wurde. Thema ist die inhaltliche Verschmelzung von Medizintechnik und IT im Rahmen medizinischer Netzwerke und telemedizinischer Entwicklungen. Möchten Sie zu diesem Thema Stellung beziehen? Unser Gästebuch wartet auf Ihren Eintrag!

 

Ausblick

Im nächsten Newsletter werden wir uns dem spannenden Thema „Mobile Informationstechnologien in der Medizin“ widmen und es anhand innovativer Beispiele diskutieren.

 

Impressum

Bitte empfehlen Sie die MEDICA MEDIA NEWS weiter. Für die Neuanmeldung senden Sie bitte eine E-Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. . Wenn Sie die MEDICA MEDIA NEWS nicht mehr erhalten möchten, senden Sie bitte eine E-Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. .

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Aus Medizintechnik und IT wird MIT

„Medizintechnik und IT müssen sich zu MIT entwickeln.“ Dies ist die Meinung von Armin Gärtner, Sana-Medizintechnisches Servicezentrum. Dieses Thema wird auch Diskussionsstoff bei der MEDICA MEDIA sein, die vom 18. bis 21. November 2009 in der Düsseldorfer Messe läuft. Gärtner ist sich sicher: „Die Entwicklung medizinischer Netzwerke sowie der Telemedizin wird dazu führen, dass sich die Zusammenarbeit zwischen Medizintechnik und IT intensivieren muss und wird.“ Besonders weit ist diese Entwicklung im Bereich der Teleneurologie und -radiologie fortgeschritten.

So sind Computertomographen zunehmend in Krankenhaus-Netzwerke eingebunden. Während deren Installationen ein klarer Fall ist für die Medizintechnik, kommt das Gerät erst dank Informationstechniker ins klinikeigene Netz, erhält eine eigene IP-Adresse und einen DICOM-Knoten, von dem aus Bilder an ein anderes Krankenhaus gesendet werden können. Nur so kann der Tomograph die Bilder auf den Arbeitsplatz des Arztes übertragen. Wurden also bis vor wenigen Jahren nur PCs an Geräte angeschlossen, so werden heute Systeme, bestehend aus Geräten und PC oder mit integrierter Schnittstelle direkt an IT-Netzwerke angeschlossen. Es werden Daten über das Netzwerk zur Verfügung gestellt, auf Datenbanken und Server geschickt oder von diesen Orten abgerufen. Die Grenzen zwischen dem, wofür die IT-Abteilungen des Krankenhauses zuständig sind, und dem, was in den Zuständigkeitsbereich der Medizintechniker fällt, verschwimmen  und überschneiden sich zunehmend.

medizinnetzwerk_gross


Dieser Entwicklung neuer Technologien sollte nach Meinung von Gärtner auch die Entwicklung der Krankenhausorganisation Rechnung tragen. In den klassischen Organisationsstrukturen der Krankenhäuser sind bislang vielfach unterschiedliche Abteilungen wie die Medizintechnik (häufig integriert in die Betriebstechnik) und die IT- oder EDV-Abteilung für die jeweiligen Produkte und Komponenten zuständig. Diese Abteilungen sollten zumindest möglichst gut kommunizieren, um den neuen Ansprüchen gerecht zu werden. Die Geschäftsführer der Krankenhäuser müssen darauf achten, dass die Schnittstelle gut funktioniert. Angepasst an die individuellen Bedürfnisse der Krankenhäuser können auch virtuelle Arbeitsgruppen eingerichtet werden. Aus Medizintechnik und IT wird MIT.

Die Anforderungen der MIT gehen über dieses Organisatorische hinaus: „Es muss sichergestellt werden, dass das Netzwerk den Patienten nicht gefährdet“, fordert Gärtner. Er nennt als Beispiel eine Operation, bei der ein Netzwerkausfall zu einem Bildausfall und damit zu einer Verzögerung im Operationsablauf führen kann. Eine Folge kann sein, dass die Narkose des Patienten verlängert werden muss. Ein Normenprojekt (IEC 80001) soll helfen, vernetzte medizinische Systeme sicherer zu gestalten und Risiken zu beherrschen, die sich bei der Vernetzung ergeben1. „Diese Norm ist ein Tool, das helfen soll, Risiken zu erkennen und zu minimieren“, erläutert Gärtner. Das Projekt ist noch nicht abgeschlossen, allerdings liegt eine vorläufige Version vor. Die bereits jetzt vorhandenene Entwurfsversion richtet sich an Betreiber und Hersteller. Sie sollen Aufgaben, Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten definieren. Das sollten sie tuen, bereits bevor ein Gerät in das IT-Netzwerk eingebunden wird und sie sollten Regelungen treffen, die über die gesamte Dauer der Nutzung beibehalten werden. Bereits jetzt gesetzlich geregelt ist, dass die Medizintechnik die Anforderungen des Medizinproduktegesetzes2 und der Medizinproduktebetreiberverordnung erfüllen muss.

Die Diskussion läuft, ob die Telemedizin darüber hinaus in ein ausgefeiltes Qualitätsmanagement eingebettet sein muss. Gärtner meint, dass Telemedizin auf jeden Fall qualitätsgesichert ablaufen muss. Er selbst war für Helios am Aufbau des konzernübergreifenden NeuroNet beteiligt3. Dieses Netzwerk ermöglicht die Diagnostik von akuten Schlaganfällen über eine hochauflösende Videoverbindung. Damit kann der diensthabende Arzt in der Notaufnahme eines an ein solches Netzwerk angeschlossenen Krankenhauses zu jeder Tages- und Nachtzeit per Videoverbindung eine Neurologische Klinik mit Stroke-Unit (Intensivabteilung für Schlaganfallpatienten) konsultieren. Mehrere Ärzte untersuchen so einen Patienten gemeinsam "online": Per Videoschaltung besprechen sie seine Bilder - Computertomographie oder MRT-, stimmen sich über mögliche Therapien ab und leiten diese ein - bis hin zur Thrombolyse (medikamentöse Auflösung eines Blutgerinnsels im Gehirn).

teleneurologie_gross

Zentren sind zurzeit Aue, Erfurt, Wuppertal und Berlin-Buch. Kooperationskliniken sind Borna, Hünfeld, Gotha, Blankenhain, Schwelm und Siegburg. Laut Gärtner arbeiten auch andere Krankenhäuser an derartigen Lösungen. Viele kleinere Krankenhäuser haben Bedarf an einer teleneurologischen Versorgung, weil sie selber keine Neurologen haben, oder niedergelassene, konsiliarisch tätige Neurologen in der Nähe dies nicht mehr anbieten. Gärtner kommentiert: „Teleneurologie funktioniert. Die Technik ist da.“ Die Telemedizin sei eine Möglichkeit, unter definierten, standardisierten Bedingungen die Versorgung von Schlaganfallpatienten mit akuter Lyse sicherzustellen: „Wir werden im Sana-Konzern ähnliches aufbauen.“

Das alles ist aufwändig. Skeptiker glauben, dass sich dieser Aufwand in Deutschland mit seiner guten medizinischen Infrastruktur nicht lohnt. Es müssten zusätzlich zu dem Gerät medizinisches Know-how an die dezentralen Standorte gebracht .werden und eine Auslastung solcher Netzwerke gewährleistet sein.

Gärtner führt weiter aus, dass dieser MIT-Bereich für Krankenhäuser dort uninteressant wird, wo der Bereich des Homecare, also der Versorgung zuhause beginnt. So reizvoll zum Beispiel die heimische telemedizinische Versorgung der Patienten nach einer Operation erscheinen mag: Der Aufwand wird von der gesetzlichen Krankenkasse bislang noch nicht oder nur in Einzelfällen finanziert. So sieht Gärtner den Homecare-Bereich bisher weniger bei den Krankenhäusern, als vielmehr in eigenen Zentren angesiedelt. Selbst das Institut für angewandte Telemedizin (IFAT) von Dr. Heinrich Körtke geht in Bad Oynhausen auf einem solchen Weg. Hier werden kardiologische Patienten per Telemedizin zu Hause betreut: „Klar ist, dass sich der HomeCare-Bereich auch mit Internetanwendungen etablieren wird“, meint Gärtner. Aber auch in Bad Oeynhausen agiert ein eigenständiges Institut, das mit dem Herzzentrum kooperiert.

Aktuell sieht Gärtner größere Möglichkeiten für Krankenhauskonzerne, wenn es darum geht, an möglichst vielen Standorten telemedizinische Leistungen der Neurologie, der Radiologie, der Pathologie u. ä. anzubieten. Dieser Bereich ist aus seiner Sicht auch für deutsche Krankenhäuser ausbaufähig und wird sich ausweiten. Ein Motor dieser Entwicklung ist u. a. der zunehmende Facharztmangel, der sich in den ländlichen Regionen der Neuen Bundesländer bereits jetzt besonders stark bemerkbar macht. Hier könnten sich die Ausgaben für telemedizinische Infrastruktur und Versorgung nicht nur lohnen, sondern sogar notwendig sein. Wollen die Krankenhäuser dann den Patienten den versprochenen Facharztstandard bieten, scheinen Telemedizin und ein ausgefeiltes Risikomanagement das Mindeste, was nötig erscheint. Die Diskussion läuft, inwiefern haftungsrechtliche Fragen gelöst sind und wie groß der Aufwand für ein Qualitätsmanagement sein muss. Es müssten die Erfolgsbilanzen der Behandlung überprüft werden.

Und letztendlich wird es bei der MEDICA MEDIA auch um die Anwendungsfelder der Zukunft gehen, die mit Problemen wie dem Altern der Gesellschaft oder der Unterversorgung auf dem Land verbunden sein werden. Dazu wird auch der Bereich HomeCare gehören – wie auch immer dieser organisiert sein wird.

Autor dieses Artikels ist:
Dr. Lutz Retzlaff, freier Medizinjournalist

 

Literatur

1 A. Gärtner, Band 3 Normen in der Medizintechnik, TÜV Media GmbH, 2009, ISBN 978-3-8249-1165-3; Band 4 Medizinische elektrische Systeme, TÜV Media GmbH, im Druck; Risikomanagement vernetzter medizinischer Systeme, in: Jäckel (Hrsg.) Telemedizinführer Deutschland, Bad Nauheim, Ausgabe 2009

2 Im Internet unter http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/mpg/gesamt.pdf

 

3 A. Gärtner, Entwicklung und Stand der Teleneurologie aus technischer Sicht, in: Jäckel (Hrsg.) Telemedizinführer Deutschland, Bad Nauheim, Ausgabe 2009.

 

Newsletter 1 in 2009
MedicaMedia – Praxisbezug - Telemedizin


Stand: 09.06.2009