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MEDICA MEDIA-News vom 18.08.2008

Telematische Praxis für Leistungserbringer

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir freuen uns, Sie über die aktuelle Programmentwicklung der MEDICA MEDIA, dem unabhängigen Forum für eHealth, Telemedizin und medizinische Informationstechnologie, informieren zu dürfen.

Im Rahmen der 40. MEDICA – Weltforum für Medizin bietet Ihnen die MEDICA MEDIA 2008 vom 19. bis 22. November (Halle 16) ein interessantes und informatives Programm zu den aktuellen Trends und Innovationen in der Gesundheitstelematik. Dabei wird in diesem Jahr die Frage nach dem Nutzen durch eHealth einen Themenschwerpunkt bilden:

Telemedizinische Praxis für Leistungserbringer
Der Artikel der Autoren Dr. Franz-Josef Bartmann und Dr. Lutz Retzlaff informiert Sie über den aktuellen Stand der Diskussion zur elektronischen Gesundheitskarte und die wichtigsten, noch aktuellen Beiträge der MEDICA MEDIA 2007 aus der Industrie zu diesem Thema.


Weitere Themen heute:

Was bekommen Sie wie geboten?
Themenschwerpunkte und Programmstruktur der MEDICA MEDIA 2008
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Wir suchen den Dialog:
Vorschläge und Kritik helfen uns, ein von den Besuchern mitgetragenes Programm anzubieten.

Mit besten Grüßen
Ihr MEDICA MEDIA-Team


 

Telemedizinische Praxis für Leistungserbringer

Die konkreten Vorbereitungen zur Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) haben begonnen. Die Krankenkassen sind dabei, die genaueren Formalien zu klären und stoßen dabei auf größere Herausforderungen wie etwa bei der Beschaffung der Fotos, mit denen die eGK einfach personalisiert wird. Ein Bündnis aus Freier Ärzteschaft, den Internationalen Ärzten für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW), dem NAV Virchow-Bund - Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands, dem Chaos Computer Club und weiteren Verbänden kämpft zugleich gegen die Einführung und kritisiert vor allen Dingen die Speicherung sensibler Patientendaten in zentralen Rechnern. Dies könne das Arzt-Patienten-Verhältnis schwer beschädigen oder sogar zerstören.

Auch der Deutsche Ärztetag hat sich im Mai zum zweiten Male ausführlich mit der eGK beschäftigt und seine Bedenken in Form eines Forderungskataloges an die Politik zum Ausdruck gebracht. Eine Interessengemeinschaft der Gesundheitsfachberufe und der sonstigen Berufe des Gesundheitswesens, also z.B. die Pflegeberufe, Heilmittelerbringer und Leistungserbringer im Hilfsmittelbereich, will in einem Beirat die Einführung des elektronischen Heilberufeausweises (HBA) begleiten, der mit der eGK eingeführt werden soll. Im ärztlichen Bereich erfolgt die Herausgabe des elektronischen Arztausweises durch die Ärztekammern.
Wie es weitergeht?

Vieles wird davon abhängen, ob es gelingt, den Nutzen der elektronischen Gesundheitskarte und der Heilberufeausweise überzeugend darzustellen. Die elektronische Patientenakte, elektronische Verordnungen und Informationssysteme könnten vermutlich einen Mehrwert darstellen. Vorab müssen aber die Kosten-Nutzen-Relation und die noch offenen Fragen zur Finanzierung eindeutig geklärt werden.
Dies alles wird bei der kommenden Medica Media vom 19. bis 22. November 2008 in Düsseldorf eine Rolle spielen. Das unabhängige Forum für eHealth, Telemedizin und medizinische Informationstechnologie wird wieder zahlreiche Informationen für niedergelassenene Ärzte und Krankenhäuser anbieten.

Bereits bei der vergangenen Medica Media berichteten die Experten von einem großen Nachholbedarf an Informationen zu HBA, eGK, eRezept und Telematik-Infrastruktur. Nicht nur der entsprechende Vortrag von Jens Naumann, Vorstand des Verbands der Hersteller von IT-Lösungen für das Gesundheitswesen (VHitG) und Geschäftsführung DOCexpert Computer, steht im Internet-Auftritt der Medica Media zum Download bereit. Naumann berichtete von nachhaltigen Forderungen nach Stapel- und Komfortsignaturen sowie der Einbettung der Prozesse in die gewohnten IT-Abläufe. DOCexpert stelle sich der Herausforderung des Testbetriebes durch All-inklusive-Angebote, Vereinbarung eines Installationstermins mit Absprache der nötigen Voraussetzungen (HBA) sowie der Installation des R 1-Komplettpakets vor Ort, was einen Installationsaufwand von immerhin rund drei Stunden zuzüglich rund einer Stunde Einweisung bedeute.

Lohnt sich der Aufwand? „Der Nutzen der Telematikinfrastruktur liegt hauptsächlich in den Mehrwertapplikationen und nicht in den Pflichtanwendungen!“ Das ist zumindest die Meinung, die Jörg Stadler, InterComponentWare, Walldorf, in seinem Vortrag vorstellte. Pflichtanwendungen sind Vertragsdatenmanagement und Verordnungsdatenmanagement. Freiwillige Mehrwertanwendungen sind das Speichern von Notfalldaten, der elektronische Arztbrief, Daten für mehr Arzneimitteltherapiesicherheit, die elektronische Patientenakte, das Patientenfach und die Patientenquittung. ICW selbst trat auf der Medica als Anbieter von Mehrwertanwendungen auf. Die Aktiengesellschaft stellt für ein drei Jahre dauerndes Forschungsvorhaben die webbasierte persönliche Gesundheitsakte LifeSensor zur Verfügung. Leistungserbringer stellen hier die Daten ein, die Versicherte der Barmer Krankenkasse nutzen können.

Die „Integration von eGK und HBA in den bestehenden Workflow in Krankenhaus und Praxis“ beleuchtete André Bönnighausen, Siemens Medical Solutions Health Services. Er legte dar, die Einführung der eGK ändere zwar den Workflow zum Beispiel bei der Aufnahme nicht, könne diesen aber verlängern. Es seien zudem Investitionen in Hardware, Software und Infrastruktur notwendig. Zahlreiche Fragen im Hinblick auf Änderungen in Organisation und Prozess gilt es bei Einführung der eGK zu klären. Dazu gehören „Wer fragt Patienten bzgl. der Kartennutzung für freiwillige Anwendungen?“ oder „Wer liest welche Daten wann ein?“ Es ergeben sich aber auch Chancen. Die Einführung von Mehrwertdiensten wie einer elektronischen Patientenakte könne aus Sicht Bönnighausens genutzt werden für eine neue Ausrichtung des Hauses. Arbeitszeit und andere Ressourcen könnten eingespart werden zum Beispiel durch eine eAnamnese. Fest steht aber auch: „Klinische und administrative Prozesse müssen sich mit Einführung der eGK ändern.“ Erst wenn Prozesse und IT optimal aufeinander abgestimmt sind, können Effizienzpotentiale, die durch IT ermöglicht werden, auch realisiert werden.

Auch Dipl.-Inf. Andreas Lange, Stellvertretender Vorsitzender des VHitG und General Manager Healthcare Central Europe der TietoEnator, hob neben technischen Voraussetzungen wie der Beschaffung und Installation neuer Kartenterminals sowie dem Zusammenspiel mit getesteten Konnektoren - „Nicht jeder Hersteller von Praxis-Verwaltungs-Systemen (PVS) oder Krankenhaus-Informations-Systemen (KIS) wird jeden Konnektor in seinen Tests eingebunden haben“ – die Bedeutung der Einführung neuer Prozesse hervor.

Die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte wird auch im Jahr 2008 – und vermutlich darüber hinaus - ein spannendes Thema bleiben.

Autoren dieses Artikels sind:
Dr. Lutz Retzlaff, freier Medizinjournalist und Pressesprecher der MEDICA MEDIA
Dr. med. Franz-Josef Bartmann, Präsident der Ärztekammer Schleswig-Holstein,
Vorsitzender des Telematik-Ausschusses und Vorstandsmitglied der Bundesärztekammer


 

MEDICA MEDIA

Das unabhängige Forum für Gesundheitstelematik und medizinische Informationstechnologie: aktuelle Informationen, Perspektiven, Diskussionen, Erfahrungsaustausch und ärztliche Fortbildung  

Durch Transparenz Kompetenz schaffen!

Die erste bundesweite Einführung der elektronischen Gesundheitskarte in Nordrhein (Rollout und Umsetzung) nach der MEDICA bedingt einen zeitlichen Druck für das Krankenhausmanagement, die Fach- und Allgemeinmediziner, die Kassen und die Heilberufe, sich konzentriert über die vielfältigen Anwendungen und Möglichkeiten von eHealth und Telemedizin zu informieren. 

Weitere Schwerpunktthemen sind: 
- Medizin und Internet (Web 2.0): Social Networks, Blogs, Internet-Portale und Wikis gewinnen auch im Gesundheitsbereich zunehmend an Bedeutung. Diskutiert werden unter anderem das pro und contra Web 2.0, der „online informierte Patient“ oder Lösungen für den Datenschutz. 
- Neue Versorgungsformen (Weiterentwicklung mit Blick auf den Gesundheitsfonds, DMP´s, Hausarztzentrierte Versorgung, Netzwerke, Vertragsformen).
- AAL: Unter dem Stichwort „Ambient Assisted Living“ werden neue Technologien vorgestellt, die die Bedürfnisse des individuellen Menschen in den Mittelpunkt stellen, etwa durch adaptive medizinische Geräte, selbstlernende Sicherheitsfunktionen oder personalisierte Mehrwertdienste.
- Modellgestützte Therapie auf der Basis von patientenspezifischen Modellen ist eine neue Entwicklungsrichtung, die die Therapie im Allgemeinen und die Chirurgie im Besonderen in erheblichem Maße beeinflussen wird.
- Telematik im Krankenhaus (Umsetzungsstrategien, Anpassungen der Anwendungen, Herausforderungen für Mitarbeiter; zur aktuellen Entwicklung des Einsatzes der Telematik im Krankenhaus :Power-Input-Session und Diskussionsforum unter Leitung von Dipl.-Inform. Jürgen Sembritzki, Geschäftsführer ZTG, mit Vertreten von Krankenhaus und Industrie).
Die Neurologie als Fachdisziplin ist vielfach der Wegbereiter zur Diagnose und Therapie wichtiger Krankheitsbilder (Schlaganfall, Morbus Parkinson, Multiples Sklerose). Was kann die Telemedizin in diesem Fachgebiet leisten? und wie ist der Diskussionsstand der Regelversorgung? sind zentrale Fragen, die in diesem Themenschwerpunkt beantwortet werden sollen. Diese Session wird durch die Präsentation neuester Methoden ganzheitlicher Diagnostik (MR PET, MR Monitoring der Stammzelltherapie, forensische Neurotraumatologie) abgeschlossen. Die Tagungsleitung hat Prof. Dr. Bernd Griewing, Oberarzt und Ärztlicher Direktor, Neurologische Klinik GmbH, Bad Neustadt/Saale.
Ein Highlight der MEDICA MEDIA bildet am Samstag, den 22.November 2008, das Thema „Gesundheit + Medizintourismus“ mit insgesamt 4 Sessions zum aktuellen Stand und Trends, Qualitätskriterien, der Rolle der Telemedizin und der Patientenselbstorganisation unter der Leitung von Dr. med. Robert Gerl, MBA, Direktor Healthcare Consulting. 

Mit diesem Programm können wir unsere Besucher umfassend und konzentriert informieren. Wir danken allen mitwirkenden Verbänden und Institutionen und freuen uns auf Ihren Besuch!

Dr. Volker Hempel Prof. Dr. med. Otto Rienhoff
Projektleiter Sprecher des Fachbeirats